Google gab kürzlich die „Best Practices für Blogger, die kostenlos Produkte für Unternehmen testen“ bekannt. Im Genauen gibt das Google Webspam Team Hinweise dazu wie Blogger vorgehen sollten, wenn sie über Produkte schreiben, die ihnen kostenlos von Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden. Eine große Rolle spielen dabei wie so oft die Art der Kennzeichnung von Artikeln als zum Beispiel „Anzeige“, „Werbung“ oder „Sponsored“ sowie die Art der Links – also Links mit nofollow-Tag und Links mit dofollow-Tag (mehr zu diesen beiden Arten von Links  hier im onpage Wiki mehr).

Bevor die Gemüter hochkochen und wild Beiträge gelöscht, verändert werden, Links im Quelltext gesucht und angepasst werden heißt es: 1. Zurücklehnen und 2. lesen. Und dann 3. gegebenenfalls handeln. Es bringt nämlich niemanden etwas überstürzt im Quelltext herumzuwuseln.

Obwohl Google schon sehr einfach und deutlich schreibt, habe ich mir die wichtigsten Empfehlungen von Google herausgepickt und zusammengefasst und weiter erläutert, damit wirklich nichts mehr schief gehen kann :). Wofür eigentlich das Ganze? Um Google Abstrafungen zu entgehen. Abstrafungen, das klingt ganz schön böse, ist es im allgemeinen Kontext auch. Aber keine Sorge: Es gibt kein Google Gefängnis. Und im Kontext der größten Suchmaschine geht es bei Abstrafungen um Einbußen im Google Ranking –  das ist für Hobby Blogger nicht so problematisch. Für größere Webseiten mit entsprechend hohen Rankings bei Google schon. So kann der glamouröse Interiör Blog, der mit Begriffen wie „Wohnzimmer einrichten“ oder „Kleiderschrank“ sehr hoch rankt, schnell an Relevanz für Werbekunden verlieren, wenn dieser eine Abstrafung durch Google erlitten hat. Im schlimmsten Fall wird die entsprechende Webseite nicht mehr indexiert, sie kann also nicht mehr über Google gefunden werden. Aber es ist noch nicht aller Tage Ende: Google gibt Webseiten Betreibern auch immer die Chance, wieder im Ranking zu steigen, wenn man sich an die Google Richtlinien hält.

Nun zur Eingangsfrage: Wie sollten Blogger bei Produktests vorgehen, wenn sie die Produkte kostenlos von Unternehmen zur Verfügung gestellt bekommen?

  1. Links, die mit dem gesponserten Produkt zu tun haben, mit „Nofollow Tag“ versehen. Wenn in dem Artikel über den Produkttest, ein Link zur Website, der App, einem Social Media Profil oder irgendeiner anderen Seite des Unternehmens gesetzt wird, also zu dem getesteten Produkt gehört oder Bezug darauf nimmt, muss dieser Link auf „Nofollow“ gesetzt werden. Damit wertet Google diesen Link nicht, da er nicht natürlich / organisch entstanden ist. Dafür geht man in die HTML-Ansicht des Entwurfs / Artikels, den man gerade schreibt und setzt dann beim Link folgendes ein: „<a href=“http://www.beispiel.de“ rel=“nofollow“>Beispiel Linktext</a>“ (nur das innerhalb der Anführungszeichen). Klingt komplizierter als es ist. Einfach mal ausprobieren.
  2. Produkttests als solche kennzeichnen. Google nennt es „Die Beziehung offenlegen“, dafür sollte man gleich eingangs den Artikel als „Anzeige“ kennzeichnen. Damit der Leser sofort Bescheid weiß, dass ein Unternehmen hier ein Produkt zur Verfügung gestellt hat. Unabhängig davon ist die eigene Meinung zu sehen, die ist auch bei Produkttests nicht automatisch beschnitten, sondern kann im Großteil der Fälle frei geäußert werden. Sollte sie auch.
  3. Einzigartige Inhalte erstellen. Hier werde ich zum Phrasendrescher: Content is King! Natürlich liest man gerne einzigartige Texte und schaut sich eher Bilder an, die man nicht an jeder Ecke sieht. Das heißt jedoch nicht, dass man das Rad neu erfinden muss, sondern vielmehr seine Nische findet und sein Thema, das einen auf irgendeine Art begeistert, das einem wichtig ist oder einfach thematisiert werden muss. Da liegt das Besondere und Einzigartige meist im Detail. Mit guten Inhalten hat man auf lange Sicht Erfolg bei Google.

„Und wenn ich mir das Produkt sowieso gekauft hätte?“ – Natürlich gibt es immer Grauzonen und man kann ja auch voll und ganz hinter einem Produkt stehen. Doch den viel diskutierten Begriffen „Authentizität“ und „Transparenz“, die in letzter Zeit hart strapaziert wurden, möchte ich mich gar nicht widmen. Ich bleibe bei der Google Sicht, die sich in ganz einfachen Relativsätzen, also „Wenn….dann…“, aufzeigen lässt: 1. Wenn Dir ein Unternehmen ein Produkt zum Testen zur Verfügung stellt, dann kennzeichnest Du das ganz oben in Deinem Artikel als „Werbung“ oder „Anzeige“ und setzt alle Links, die das Produkt betreffen auf „Nofollow“. 2. Wenn Du Dir selbst ein Produkt kaufst, darüber schreibst, ob begeistert oder nicht und weißt, dass sich auch Links positiv auf das Ranking des jeweiligen Unternehmens auswirken können, kennzeichnest Du den Artikel nicht und belässt den Link in seinem Urzustand auf „Dofollow“.

 

 

 

 

 

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