Laufen kommt mir manchmal ganz schön lame vor, vor allem seit ich mich vorrangig auf zwei Rädern von A nach B oder sogar C bis D bewege. Die Zeit hat begonnen, in der die Drahtesel aus den Kellern geholt werden; die Schneeschieberzeiten sind vorbei. Viele morgen sind vergangen – „morgen“ komm ich mit dem Fahrrad – , heute ist: man karrt das Rad mühsam zur Tankstelle, pumpt Luft auf die Reifen oder lässt wahlweise pumpen.

Schnee bedeckte Fahrräder

Manchmal findet man tatsächlich auch die Luftpumpe wieder oder leiht sie sich, kommt mal wieder mit den Nachbarn ins Gespräch, die zufälligerweise nicht ihre Luftpumpe in den endlosen Weiten des Bermudadreiecks verloren haben, zusammen mit diversen Socken, die schon längst einen neuen, wenngleich ungleichen Partner, gefunden haben.

Die Zeit ist gekommen, zu der die Autofahrer wieder häufiger „Scheiß Radfahrer“ und die Radfahrer wieder „Scheiß Autofahrer“ fluchen, die Zeit, in der man Fahrradreifen aufgrund zuviel spontan-Luftzufuhr an den Tankstellen platzen hört, die Zeit, zu der man sein Fahrrad an einem Baugerüst anschließt, weil Laternen und sonst auch alle anderen Plätze belegt sind, und man hofft, dass es am nächsten Tag noch steht und die Bauarbeiter auch an diesem Tag nicht kommen werden.

Fahrrad angeschlossen an Laterne

Den Fuß auf die Pedale, Schwung holen und los geht es; hier sind 6 Momente, die du nur als Radfahrer kennst und die dich vielleicht ein bisschen glücklicher machen.

 

Fahrrad Citybike Berlin Frau auf Fahrrad Strasse

1. Der Wind der Freiheit

Der Moment, wenn du nach einem Tag im Büro auf dein Rad steigst und das Gefühl von Freiheit dich überkommt, diese leichte Gänsehaut oder auch einfach ein wohliges Gefühl, das dir sagt, dass alles gar nicht so schlimm ist, da es noch viel schlimmer sein könnte und du dich glücklich schätzen kannst einfach davonzurollen zu können.

2. Die Markier-Haltung

Der Moment, in dem du an einer Ampel einen Blumenkasten hast, auf dem du dein Bein abstellen kannst. Endlich. Du könntest auch absteigen, aber es ist viel cooler, möglichst 100% deiner Fahrzeit die Füße nicht den Boden berühren zu lassen. Wahlweise kannst du auch die Ampel etwas umarmen, hat die gleiche Wirkung wie der Blumenkasten.

Fahrrad Fuss auf Blumenkasten abstellen

3. Luft anhalten

Der Moment, in dem du die Luft anhälst, wenn ein Bus vor dir fährt, du es kaum noch aushälst und erst ausatmest, wenn du ihn an der nächsten Haltestelle überholt hast. Dann holst du nochmal tief Luft und denkst „Geschafft!“.

Fahrradampel rot

4. Nintendo Gefühl

Der Moment, in dem du dich fühlst wie Mario in Mario Kart: Jedes Mal, wenn du einen Fußgänger, ein Auto oder einen anderen Verkehrsteilnehmer überholst, erklingt ein belohnendes Geräusch.

5. Die harte Realität

Der Moment, in dem du dich richtig stark fühlst und es mit jeder noch so hohen Bordsteinkante aufnehmen kannst, beim Aufplumpsen auf die Straße aber eines besseren belehrt wirst.

Fahrradfahrer in Berlin

6. Geisterradfahrer

Der Moment, in dem du als Geisterfahrer auf dem Radweg unterwegs bist und wieder einmal bemerkst, dass Radfahrer weitaus toleranter als Autofahrer sind. Die Radfahrer strafen dich zwar mit leicht bösen Blick, aber irgendwie ist es auch ok, sie kennen die Situation meist selbst sehr gut.

Sitzschutz Fahrrad

 

Du kennst weitere schöne Momente, die Radfahrer zu schätzen wissen sollten?

Dann schreib mir doch einfach ins Kommentarfeld oder an klinke@kellertuer.de.

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