Digital Detox, der Trendbegriff der letzten Jahre, ich springe da mal auf und möchte meine digitale Zeit reduzieren, denn ich frage mich; werden wir Menschen immer dümmer und unsere Smartphones immer smarter – ist das Smartphone mittlerweile eine Verlängerung unseres Gehirns? Oder ist unser Smartphone nicht schon längst ein Teil von uns? Schließlich ist es ein Gegenstand, den wir fast immer bei uns tragen. Wir loggen uns nicht mehr ständig ein, nein, wir loggen uns gar nicht mehr aus…

Springe hier direkt zu den Digital Detox–Tipps

Tipp #1 Wecker statt Wecker-App
Tipp #2 Push-Nachrichten ausstellen
Tipp #3 Armbanduhr statt Smartwatch
Tipp #4 Notizbuch statt Smartphone-Notizen
Tipp #5 Smartphone auf Flugmodus
Tipp #6 smartphonefreie Zone Zuhause
Tipp #7 Digital Detox-Apps
Tipp #8 Taschenkalender nutzen
Tipp #9 Arbeitsmails – nicht privat
Tipp #10 Digital Detox auf Reisen
Tipp #11 Nicht immer jetzt, sofort!
Tipp #12 Smartphonefreie Zeit
Tipp #13 Abschalten

digital detox wald

Morgens klingelt es uns aus dem Schlaf, dann sagt es uns, was in der Welt so passiert, möglicherweise welche Termine noch anstehen, wir sehen, was Freunde oder sogenannte Freunde in ihrem Leben gerne mit anderen teilen. Es begleitet uns den Tag über, dient als Informationsquelle und Uhr, es sagt uns wie viele Schritte wir gelaufen sind und lässt uns Fotos von komischen Dingen schießen. Es lässt uns bunte Spiele spielen und sagt uns, wenn unsere Periode kommt (oder kommen sollte) und wann jemand Geburtstag hat (oder welchen Geburtstag wir vergessen haben). Es ist scheinbar unser Lexikon und sagt uns welche Filme am Abend im Kino laufen. Es zeigt uns unseren Kontostand und lässt uns Musik hören oder nebenbei ein neues Instrument lernen. Es ist Taschenrechner, Jobsuchmaschine, Einkaufswagen und teilt uns mit, ob morgen die Sonne scheinen wird. Auf Reisen ist es dann Taschenlampe, Reiseführer und Ticketautomat in einem, wir verschicken Postkarten darüber oder teilen einfach unsere subjektiv schönsten Urlaubsbilder und retuschieren unschöne Stellen einfach weg.

Ich könnte ewig so weiter machen und jede App beschreiben. Möchte ich aber gar nicht, wäre auch ziemlich langweilig. Worauf ich hinaus will ist zu verdeutlichen, was wir unlängst wissen; dass wir verdammt nochmal so viel Zeit am Smartphone verbringen – und mit wir meine ich mich! Und vielleicht auch dich, wenn du diesen Artikel liest.

13 Praktische Tipps für weniger Zeit am Smartphone

digital detox telefon

Nun habe ich viel herumgegoogelt und mich umgehört, gelesen und etwas nachgedacht. Es gibt aufschlussreiche Artikel wie diesen hier in der Süddeutschen Zeitung – Tipps zur digitalen Entgiftung oder auch den hier in der ZEIT – Der letzte Klick. Der Begriff Digital Detox und was dahinter steckt wird gut erklärt. Das möchte ich nicht übernehmen, sondern hier nun teils aufgreifen und dazu noch praktische Tipps geben wie ich versuche ein paar Apps wieder aus dem Smartphone herauszuholen. Ob mein Smartphone damit weniger smart wird und ich schlauer, wage ich zu bezweifeln, aber wenigstens schaue ich am Morgen nach dem Aufstehen nicht als erstes auf einen Bildschirm, denn…

Tipp #1 Digital Detox – Wecker statt Wecker-App

wecker analog digital detox

Du könntest dir einen echten Wecker zulegen, den du dir neben das Bett stellst. Du stellst ihn – und ganz banal – er klingelt irgendwann.. Es gibt winzig kleine Reisewecker für ein paar Euro oder auch Second Hand. Somit musst du dein Handy nicht mehr in den Flugmodus stellen, sondern du kannst es liegen lassen wo du willst. Es muss jedenfalls nicht mehr mit dir nächtigen.

Tipp #2 Digital Detox – Benachrichtungen einschränken

Um diesen Tipp zu befolgen musst du ein paar Minuten auf dein Handy starren, dafür sparst du dir langfristig gesehen viele, viele Klicks ein. Gehe durch deine – insofern vorhanden – Social Media- und Nachrichten-Apps und stelle Push-Nachrichten aus. Musst du wirklich darüber benachrichtigt werden, wenn in Buxtehude eine Bombe entschärft wird? Willst du wirklich wissen, dass ein entfernter Bekannter gerade auf Insel xy den Bilderbuch-Heiratsantrag erhalten hat? Vielleicht ja, dann belass es dabei. Aber wähle wirklich aus, welche Benachrichtigungen du wie und wann erhalten möchtest. Bei den meisten Apps herrscht das Prinzip, dass du erstmal alles aktiviert hast und dann nach und nach abstellen musst. Sei nicht traurig, du wirst weniger blinkende Hinweise erhalten, dafür aber auch weniger Anreiz erhalten, auf den Bildschirm zu starren.

Tipp #3 Digital Detox – Armbanduhr statt Smartwatch

Das kommt dem Wecker-Tipp schon ziemlich nahe.  Auf die Uhr schaust du aber vielleicht noch häufiger, um zu sehen wie spät wie früh es ist oder wie lange es noch dauert bis dein Bus kommt. Besonders im Winter ist es richtig unschön erstmal nach dem Smartphone zu greifen, um zu sehen, welche Stunde gerade geschlagen hat. Klar, es gibt auch Smartwatches, die dich stets über alles informieren, aber auch da neigst du vielleicht dazu dich darüber zu informieren, was noch so in der digitalen Welt passiert. Wie wäre es also – ganz verrückt – mit einer Armbanduhr?

Tipp #4 Notizbuch statt Smartphone-Notizen

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Schreiben mit einem Stift – das ist gar nicht mehr so leicht, wenn die Finger schon wie automatisch über den Touchscreen gleiten oder die Tastaturtasten klickend lange Sätze formen. Es kann aber manchmal helfen, Buchstaben mit der Hand zu schreiben, da du nicht nur in den vorgegebenen Zeichen limitiert bist. In einem echtes Notizbuch kannst du nämlich kritzeln wonach dir ist, was du willst. Du kannst auch mal eine Seite herausreißen.

Es gibt wirklich schöne Notizbücher, du kannst aber auch ganz klassisch auf Stift und Zettel zurückgreifen.

Tipp #5 Smartphone auf Flugmodus

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In der Nacht oder auch, wenn du mal nicht gestört werden willst, stellst du dein Smartphone einfach auf Flugmodus. Wenn du einen Wecker hast, brauchst du das nicht unbedingt und kannst dein Smartphone auch einfach woanders als im Schlafzimmer liegen lassen.

Tipp #6 smartphonefreie Zone Zuhause

Definiere Räume, in denen Smartphones einfach nichts zu suchen haben. Das kann Zuhause sein, zum Beispiel klassisch das Schlafzimmer oder auch, wenn du bei einem Spaziergang einfach mal abschalten willst. Dann schalte dein Handy einfach mal ab. Die Welt dreht sich weiter.

Tipp #7  Digital Detox-Apps

Auf dem iphone hast du automatisch eine Funktion, die dir sagt wie lange du dein Handy genutzt hast. Es kann erschreckend sein, zu sehen wie lange du auf den Bildschirm starrst. Hier eine Liste mit weiteren Digital Detox-Apps.

Tipp #8 Taschenkalender nutzen

Manchmal ist es hilfreich, sich Dinge mit dem Stift zu notieren. Geburtstage prägen sich so schneller ein als sie automatisch aufs Jahr verteilt auf Wiedervorlage im Kalender stehen zu haben. Aber auch Einkaufslisten oder kleine Termine kannst du dir in einem Taschenkalender notieren. Es gibt da auch sehr schöne Modelle.

Tipp #9 Arbeitsmails – nicht privat

Musst du wirklich darüber informiert werden, welches Dokument unbedingt noch zum Zeitpunkt xy geprüft werden muss? Oder ob Kollege xy Husten hat? Du kannst deine Email-Konten zwar verknüpfen, aber auch da die Benachrichtigungen ausstellen oder einschränken und dir – wenn es wirklich wichtig ist – konkrete Zeitpunkte setzen, zu denen du Mails checkst.

Tipp #10 Digital Detox auf Reisen

digital detix smartphone urlaub

Das könnte nochmal ein Thema für sich sein. Es ist schon erstaunlich wie die Reiseindustrie im Smartphone ihren Platz gefunden hat. Während du früher noch mit Fotoapparat, Karte, Reisewecker, Taschenlampe und Reiseführern durch die Gegend liefst, reist du heute zwar mit leichtem Gepäck, dafür starrst du aber ständig auf einen Bildschirm. Darüber hinaus hast du noch die Möglichkeit Fotos in Echtzeit zu teilen und überlegst vielleicht auch nicht mehr wirklich, was du fotografierst. 16 Bilder auf einem Film von einem mehrwöchigen Urlaub? Ein Witz gegen 1000 Bilder vom Wochenendtrip.

digital detox briefkasten

Folgende Fragen, die du dir stellst, können bei Digital Detox auf Reisen helfen:

Fotos

  • Will ich das wirklich fotografieren und mein Smartphone herauskramen oder reicht es, wenn ich es einfach so betrachte?
  • Muss ich meinen Urlaub wirklich in Echtzeit teilen oder reicht es, wenn ich das Bedürfnis habe Social Media zu nutzen, wenn ich später eine Auswahl der schönsten Bilder treffe, die Reise damit nochmal rekapituliere und dann erst teile?
  • Verschicke ich statt kurzlebiger Messenger-Nachrichten lieber mal wieder eine Postkarte?
  • Drucke ich nach der Reise vielleicht lieber die Top 10 meiner Lieblingsbilder aus und halte so die Erinnerungen am Leben?

Karten / Reisetipps

  • Will ich wirklich die beliebtesten Spots besuchen, die schon jeder kennt – und die daher wahrscheinlich auch einen Grund haben, besucht zu werden – oder biege ich auch mal in eine Seitenstraße ab ohne zu wissen wie viele Sternchen-Bewertungen sie hat?
  • Ich weiß den Weg nicht – frage ich vielleicht mal jemanden oder versuche mich zu orientieren und Straßenschilder zu lesen?

Und allgemein die Frage: Will ich mich auf mein Smartphone verlassen…?

  • …wenn ich eine Taschenlampe benötige?
  • …wenn ich zu einer bestimmten Zeit irgendwo sein muss?
  • …wenn ich Geld für ein Taxi benötige?
  • …wenn ich Hilfe brauche?

Tipp #11 Nicht immer jetzt, sofort!

Schnelllebig – das sagt sich so leicht daher. Aber die Einfachheit von Messenger-Diensten ermöglicht es schnell mal eine Sprachnachricht zu senden oder sich den Stress von der Seele zu schreiben. Freundschaften werden digital durch Emojis and Memes gepflegt, aber muss man darauf immer gleich reagieren? Nein, jedenfalls nicht sofort. Die gelesen-Funktion lässt sich bei vielen Messengern abstellen und schraubt vielleicht auch die Erwartungen herunter und beugt Missverständissen vor. Es geht nicht immer Jetzt. Wenn etwas wichtig ist, kann man auch mal die Telefon-Funktion nutzen. 

Tipp #12 smartphonefreie Zeit

digital detox smartphones

Du könntest dir smartphonefreie Zeiten einrichten, damit du bemerkst, dass du vielleicht auch ohne die digitale Allzweckwaffe überleben wirst und dich auf die physische Welt konzentrierst. Manche nehmen das Smartphone morgens nicht in die Hand, andere nach 20 Uhr nicht und wieder andere nehmen sich einen smartphonefreien Sonntag.

Tipp #13 Abschalten

digital detox natur geniessen

Peter Lustig hat es schon immer gesagt: „Einfach mal abschalten.“ Aus. Bildschirm schwarz. Die Welt dreht sich weiter und der Kopf richtet sich auf, die Augen schauen gen Himmel und betrachten die Wolken.

Dieser Artikel wurde nicht am Smartphone, wohl aber an einem Bildschirm verfasst, aber das ist eine andere Geschichte…

Du hast noch weitere Tipps? Ich freue mich, wenn du sie unten im Kommentarfeld teilst.